Mittwoch, 8. März 2017

Bullet Journal - Organisation und Kreativität vereint

Kennst du das? Man hat ganz viele Ideen, Termine und Gedanken über Dinge, die man noch erledigen muss und hat entweder keine oder mehrere Möglichkeiten diese Dinge festzuhalten. Ich hatte bisher einen ganz normalen Wochenkalender und zudem noch andere Notizbücher in denen ich To-Do Listen, Einkaufslisten, Ideen fürs Nähen und Blog usw. festhalten konnte. Aber immer diesen "Stapel" an Büchern mitzuschleppen wird auf Dauer doch etwas unpraktisch. Deshalb möchte ich euch heute zum baldigen Frühlingsanfang (die Zeit, in der man so langsam wieder "erwacht" und anfängt aufzuräumen und Dinge zu organisieren) mein Bullet Journal vorstellen.


Was ist ein Bullet Journal und welche Vorteile bietet es?

Das Bullet Journal wurde von Ryder Carroll ins Leben gerufen. Er sagte dazu:
"Das Bullet Journaling ist ein analoges System, das dazu designed wurde, die Vergangenheit nach zu verfolgen, die Gegenwart zu organisieren und die Zukunft zu planen."
Weitere Informationen findest du auch auf der Website bulletjournal.com.

Ein Bullet Journal ist ein Ort, an dem alle deine Gedanken, Termine und Listen einen Platz finden. Es dient auch oft als Braindump, als Platz zum festhalten von Dingen, die einem spontan ins Gedächtnis kommen und nicht vergessen werden sollen.
Um einen noch besseren Einblick zu bekommen, kannst du einfach mal bei Google oder Pinterest Bullet Journal eingeben. Zu sehen bekommst du wunderschön gestaltete Seiten und Ideen, womit du dein Buch füllen kannst.
Das Bullet Journal ist also ein Ort, an dem alle Dinge des Lebens zusammenkommen. Man könnte es auch als Tagebuch mit Organisationsstruktur betrachten. Es hilft dir, dich besser zu organisieren, zu planen, Ziele zu setzen und diese im Auge zu behalten und nebenbei auch Spaß dabei zu haben. Ja, es macht tatsächlich Spaß, leere Seiten mit Ideen und schönen Verzierungen zu füllen. Du bestimmst, was in welcher Reihenfolge auf welche Seite kommt. Dabei musst du dir vorher garnicht allzu viele Gedanken machen und ein System entwickeln, sondern kannst einfach drauf loslegen. Jede Seite bekommt ein neues Thema. So bleibt keine Seite leer und Dank eines Inhaltsverzeichnisses findest du auch alles schnell wieder. Wenn dir eine Seite nicht so gefällt und du z.B. mit der Übersichtlichkeit der Monatsübersicht nicht zurecht kommst, dann probierst du im nächsten Monat eine andere Variante aus.
Gerade für Leute, die viel zu tun haben und viele Dinge auf einmal beachten müssen, ist dies die perfekte Lösung, Gedanken zu ordnen und Ideen festzuhalten, To-Do Listen immer griffbereit zu haben und neue Projekte zu planen.
Die Vorteile nocheinmal im Überblick:
  • Du kannst ein Notizbuch gestalten wie du willst und wie du es gerade brauchst (frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss) und behältst trotzdem den Überblick
  • Du kannst fokussierter an Aufgaben, Ziele und Projekte herangehen, da du sie immer im Blick hast und abhaken kannst
  • Die Inhalte des Buches bestimmst alleine du, so bleiben keine Seiten (wie z.B. in einem handelsüblichen Kalender) leer und das Buch wird sinnvoll genutzt 
  • Am Ende des Jahres hast du ein Buch mit vielen tollen Dingen und kannst es als Rückblick aufbewahren

Was brauche ich, um richtig loslegen zu können?



Für ein Bullet Journal brauchst du nicht viel. Das Wichtigste ist natürlich ein Notizbuch. Bei der Auswahl spielt das Papier eine wichtige Rolle, denn die Stifte sollten nicht auf andere Seiten durchdrücken. Außerdem ist ein Lesezeichen und ein Gummiband zum Verschließen hilfreich. Mir gefallen am besten die Notizbücher von Leuchtturm 1917, die zwar etwas teurer, aber für mich perfekt geeignet sind. Diese Bücher sind mit einer leicht gepunkteten Struktur erhältlich, die gut zur Orientierung dienen und dennoch schlicht sind. Außerdem sind ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen vorhanden und es gibt das Buch in vielen verschiedenen Farben. Am Ende ist noch eine kleine Tasche angebracht, in der Erinnerungen, wie z.B. Eintrittskarten oder Visitenkarten, aufbewahrt werden können. Aber es gibt natürlich auch günstigere Varianten, die auf jeden Fall ausreichen! Probiere es einfach aus :) 
Als Stift empfehle ich einen schwarzen mit einer sehr dünnen Spitze. Das können z.B. die Fineliner von Stabilo, Schreiber oder ähnliche sein. Für etwas mehr Farbe eignen sich auch hier die Stabilo oder Staedler Stifte. Zum Hervorheben von bestimmten Punkten helfen auch schlicht und einfach Textmarker in unterschiedlichen Farben.
Damit die Seiten am Ende schön und ordentlich gestaltet aussehen und man sich gerne mit seinen Gedanken und Zielen auseinandersetzt, helfen ein Lineal, Bleistift und Radiergummi. So können einzelne Elemente bei Bedarf verändert oder ausgetauscht werden, bevor sie mit einem farbigen Stift übermalt werden.

Der Anfang

Um immer den Überblick über die Einträge zu haben wird am Anfang des Buches ein Inhaltsverzeichnis, der sogenannte Index, angelegt. Im Notizbuch von Leuchtturm 1917 ist dies, wie bereits schon erwähnt, vorgefertigt. Ebenso sind auch hier schon Seitenzahlen auf die Seiten aufgedruckt. Mithilfe des Index kannst du schnell auf bestimmte Listen und Inhalte zugreifen, ohne lang danach suchen zu müssen.
Hilfreich ist dann eine Art Legende, der sogenannte Key. Hier kannst du bestimmte Symbole und ihre Bedeutung festlegen (z.B. ein ! für ein wichtiges Ereignis oder ein * für eine Idee). Ebenso kannst du Farben definieren (z.B. Blau=Uni, Lila=Sport, Orange= Haushalt, Pink=Nähen/Blog usw.).
Je nachdem wie du es magst, kannst du nun mit allerlei Listen oder dem Kalenderteil (wenn du denn einen hast) beginnen. Ich habe zuerst eine Seite für meine Jahresziele 2017 gestaltet. Um das Jahr und anstehende Ereignisse überblicken zu können, habe ich dann alle Monate auf je eine Seite geschrieben:


So bleibt Platz für Geburtstage, Feiertage und Veranstaltungen, die schon weit im Voraus feststehen. Da ich meine Wochenübersichten auch nur nach und nach anfertige, kann ich so auch Termine eintragen, die erst ein paar Monate später sind und habe trotzdem alles im Blick.
Nach den Monaten fange ich dann mit dem aktuellen Monat an, indem ich mir meine Ziele und To-Do's für diesen aufschreibe. Danach folgt ein Tracker, indem ich tägliche Ziele und Aufgabe aufliste und wenn diese erledigt sind, mit einem Punkt "abhaken" kann. Am Ende des Monats hat man dann eine bunte Übersicht und kann schauen, worauf man sich im nächsten Monat vermehrt konzentrieren möchte. Ich finde es auch sehr spannend, seine Stimmungslage über den Monat aufzuzeichnen und so besonders schöne Tage mit tollen Erlebnissen festzuhalten. Das alles ist natürlich dir überlassen, du kannst auch noch ganz andere Dinge über den Monat festhalten, wie z.B. deine Schritte am Tag (wenn du einen Schrittzähler oder eine Handyfunktion hast), oder jeden Tag aufschreiben, für was du an diesem Tag dankbar warst oder ähnliches.


Wenn du alles zu deiner Zufriedenheit und nach deinen Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet hast, kannst du mit einer Wochenübersicht weiter machen. Auch hier gibt es wieder verschiedenste Darstellungsarten. Da musst du einfach schauen, wieviel Platz du für Aufgaben und Notizen brauchst. Ich habe mich für pro Woche eine Seite entschieden und das Ganze auch eher schlicht gehalten, damit man den Überblick behält. Andere Möglichkeiten, z.B. mit Platz für unterschiedlichste Notizen, Ziele etc. findest du auch wieder im Netz und bei Pinterest.


Nach diesem ganzen Planungsteil oder auch natürlich dazwischen, je nachdem wie du es brauchst, können dann alle möglichen Arten von Listen eingefügt werden. Ich habe mal ein paar Ideen zusammengetragen:
  • Bücher/ Filme, die man gerne lesen/ sehen möchte
  • Geschenkideen für Freunde und Familie
  • Eigene Wünsche (wenn man mal wieder gefragt wird, was man sich wünscht und keine Idee hat oder man sich selbst etwas Gutes tun möchte) 
  • Eigene Challenges (Fastenzeit, bestimmte Sportprogramme, andere Ziele)
  • Finanzübersicht
  • Bucket List/ Orte, die man noch besuchen möchte 
  • Projektübersichten (was wie organisiert und beachtet werden muss)
  • Einkaufslisten/ Dinge, die in naher Zukunft besorgt werden müssen 
  • Rezeptideen/ Essensplan 

Bullet Journal und Nähen

Wie kann man nun das Bullet Journal sinnvoll für's Nähen benutzen? Ich habe mir dazu auch unterschiedliche Listen angelegt, die nach und nach mit Input gefüllt werden. 
  • Meine Ziele für 2017 (z.B. Erlernen von neuen Techniken, Nähen mit bestimmten Stoffen, ein Projekt, das schon lange umgesetzt werden möchte, usw.)
  • Übersicht über Schnittmuster
  • Übersicht über zu nähende Dinge mit Spalten für: Zugeschnitten und Erledigt
  • Braindump für Momentaufnahmen und Ideen aus dem Internet oder sonstiges
  • Wunschliste für Stoffe und Zubehör, aufwendige Projekte 
  • Budgetübersicht
  • Fertige Projekte
So können immer wieder neue Ideen und Wünsche ergänzt werden und gehen dabei nicht verloren. Wenn mal eine einfallslose Phase kommt, kann man darauf zurückgreifen. Besonders schön finde ich es, wenn man am Ende des Jahres sieht, was man alles geschafft hat und welche Projekte man mit in das neue Jahr nimmt, die man lange vor sich her geschoben hat.  

Es hat zwar nix mit dem Thema zu tun, aber es passt zur Frühlingsstimmung :)
Ich muss zugeben, dass ich im Zeichnen nicht die Begabteste und Kreativste bin (und es deshalb auch nicht viele Bilder vom Inhalt meines Bullet Journals gibt), aber trotzdem macht mir das Gestalten der Seiten im Rahmen meiner Möglichkeiten Spaß und schlicht kann auch sehr schön sein. Viele Ideen für Verzierungen findest du bei Pinterest, die auch teilweise ganz einfach nachzuzeichnen sind. Übung macht den Meister ;)
Sofern du ein Update haben möchtest, was sich bei mir im Laufe des Jahres bewährt hat, und was überhaupt nicht, schreib es mir gerne :)


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